Nachdem sich das Ausleihen und Beladen unseres Hippie-Campers etwas zog, waren wir erst am frühen Freitag Nachmittag (16.03.) endlich unterwegs auf dem Highway 4 westwärts in die Blue Mountains. Bis auf einen kurzen Zwischenstopp am Visitor Information Centre in Glenbrook, am Fuß der Berge, ließen wir aus Zeitgründen alle Sehenswürdigkeiten wie Wasserfälle, Lookouts und Steinformationen links liegen und verschoben das auf den nächsten Tag. Autofahren nach Einbruch der Dämmerung ist nämlich außerhalb der Städte in Australien dank lebensmüder Kängurus wenig empfehlenswert und kann recht teuer werden, denn für entstehende Schäden kommt keine Versicherung auf. So ging es direkt weiter zum Bushcamping-Platz "Perrys Lookdown".
Bushcamping bedeutet, dass man zwar meist irgendwo schön in der Natur mitten im Nationalpark (s.o.) steht, aber eben dort an Versorgungseinrichtungen in der Regel nur ein Plumpsklo und ein Steinring als Feuerstelle erwarten darf und man sein eigenes Feuerholz mitbringt - fertig. Die Batterien und der Wassertank des Campers waren ja voll aufgeladen, der Kühlschrank gut gefüllt, der Gaskocher voll funktionstüchtig und die Ausstattung umfasste zwei dicke Schlafsäcke. Insofern war schnell ein Eintopf aufgewärmt, aufgegessen und wir lagen dann recht bald schön warm und gemütlich in unserem Camper, der umgebaut zur Nacht es immerhin auf eine Liegefläche von 1.50 x 2.00 m brachte. So... wir lagen also warm und gemütlich und trocken im Camper und draussen prasselte der Regen in Sturzbächen nur so danieder und hörte gar nicht mehr auf.
Auch am nächsten Morgen leider nicht wirklich... unser erstes Urlaubsfrühstück fiel demzufolge recht kurz aus. Es hörte zwar dann langsam auf zu regnen, dafür war aber alles nebelverhangen. Die Empfehlung des netten Rangers in der Station von Blackheath auf unsere Frage, ob denn die Wanderwege offen wären, lautete, ja, jetzt wäre es sogar optimal, denn wir wären allein unterwegs, würden viel mehr Vögel sehen und in dem Nebel würde alles so schön mystisch wirken. Dieser Empfehlung mochten wir allerdings nicht wirklich trauen und uns auf die 4stündige Grand Canyon Trail Wanderung begeben, denn während unseres Gesprächs telefonierte er und erwähnte etwas von Evakuierung eines tiefergelegen Campingplatzes aufgrund der starken Regenfälle.
Unser Entschluss und Alternativprogramm stand dann relativ schnell fest: auf zu den Jenolan Caves. Diese liegen westlich am Fusse der Blue Mountains und dort herrschte tatsächlich wieder besseres Wetter und die Sonne kam langsam durch. Auf der 1.5stündigen Lucas-Cave-Tour konnten wir mehrere atemberaubende Höhlen sowie zahlreiche Stalagmiten und Stalaktiten bewundern - insgesamt sehr beeindruckend und jederzeit wieder ein Tagesausflug wert, da das Höhlensystem sehr ausgeprägt ist und ca. 10 verschiedene Führungen zur Auswahl stehen.
Weiter ging's dann über sanfte grüne Hügel zur Bungonia State Conservation Area, wo wir uns für die Nacht einen Bushcampingplatz diesmal allerdings mit Duschen und Gasbarbecue ausgeguckt hatten. Gasbarbecue - das bedeudete schön gegrilltes Rumpsteak mit gegrillten Kartoffeln und Mais. Unsere abgenagten Maiskolben schmeckten am Abend dann gleich noch jemand anderem. Ein Brushtail Possum hatte sich über unsere Mülltüte hergemacht und diese in der Dunkelheit auch zunächst lautstark verteidigt. Der Kamerablitz hat das nachtaktive Tierchen dann aber verscheut und den Müll haben wir anschließend lieber im Fussraum des Autos sicher verstaut.
Am nächsten Morgen ging es dann nach einem kurzen Cappuccino-Stopp in Goulburn und der Bewunderung des riesigen Merinopappmascheeschafes, das da in der Landschaft rumsteht (manchmal ticken die Australier etwas komisch), weiter in die Hauptstadt Canberra.Zu Fuß wurde das Regierungsviertel erkundet. Zuerst das neue Parlamentsgebäude, das sowohl den Senat als auch das House of Representatives sowie einige Austellungen und eine der vier weltweit noch erhaltenen Abschriften der Magna Charta von 1297 beherbergt. Vom Dach aus bot sich uns ein schöner Rundumblick auf Canberra.
Anschliessend zog es uns vorbei am alten Parlament hin zur National Gallery of Australia. Dann allerdings war unser Ausstellungsbedarf gedeckt, so dass wir den High Court (obersten Gerichtshof), die Protraitgallery sowie die Nationalbibliothek und das Science Museum nur von außen betrachtet und uns auch das vielgelobte National Museum geschenkt haben. Stattdessen stand ein Spaziergang die Promenade am künstlich angelegten See Burley Griffin entlang auf dem Programm.
Insgesamt war Canberra schon sehenswert und man kann ohne Probleme dort 1-2 Tage gut verbringen. Allerdings fehlt der Stadt unserer Meinung nach einfach Flair, alles wirkt etwas künstlich und arrangiert - genau das ist es ja letzten Endes auch. Canberra ist nur zur Haupstadt ernannt und ausgebaut worden, weil sich Melbourne und Sydney nicht einigen konnten... However, unser Haupstadttag klang einvernehmlich und gemütlich bei einem (Ginger)Bier aus.Fortsetzung folgt
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