Vor zwei Wochen
war es nun endlich wieder soweit. Ein lang herbeigesehntes, verlängertes
Wochenende stand auf dem Programm, da hier in New South Wales dieses Jahr der
1. Oktober Labour Day (Tag der Arbeit) war und genauso wie in Europa wird an
diesem Tag nicht gearbeitet. Daher hat Anke sich wieder einen der bewährten
Hippie Camper (eine Art VW Bus in dem man schlafen kann) geschnappt und
Freitagabend nach der Arbeit ging es dann los gen Norden.
Unser erstes
Etappenziel war der Olney State Forest ca. 200 km nördlich von Sydney. Da wir
den Campingplatz erst im Dunkeln erreichten und von der Woche doch recht K.O.
waren, entschlossen wir uns, früh schlafen
zu gehen, um am nächsten Morgen mit neuen Kräften das etwas nördlicher gelegene
Hunter Valley (deutsch: Jägertal) zu erkunden. Diese Region ist für ihre
malerische Landschaft und Weinanbau bekannt (für die Kenner unter uns im
Besonderen Shiraz und Semillon wird hier zu Wein verarbeitet). Da Anke das kürzere
Streichholz gezogen hatte, war sie fürs Fahren und ich fürs Verkosten zuständig.
So verbrachten wir den Tag damit, von einer Winzerei zur nächsten zu fahren und
nahmen als Andenken ans Hunter Valley auch acht Flaschen Weißwein mit, die nun
in unserem Wohnzimmer – für begrenzte Zeit – zu bewundern sind.

Am späten
Nachmittag hieß es dann Aufbrechen nach Port Stephens. Diese Region ist eine
lang gezogene Landzunge die sich über 50 km zum Ozean hinausstreckt. Die Strände
sind malerisch und wie wir feststellen mussten, ist die Region ein beliebtes
Ausflugsziel des Sydneyers an verlängerten Wochenenden. Trotzdem haben wir noch
unser Plätzchen gefunden und konnten am nächsten Tag den Strand von Fingal
Bay, den Berg Mount Tomaree, Reiten in
Anna Bay und Fish & Chips in Nelson Bay genießen.
Einziger
Wermutstropfen an diesem sonst so perfekten Tag war der Diebstahl unserer
Kosmetiktasche. Ja, auch Australien ist nicht perfekt und wo viele Touristen
herumlaufen, ist der gemeine Taschendieb nicht weit. Diesmal entschied er sich
die Seitenscheibe unseres Hippie Campers einzuschlagen und die griffbereite Kosmetiktasche
zu klauen. Wieso eine Kosmetiktasche? Nun ja, wir glauben er hielt es für eine
Kameratasche. Die Enttäuschung beim Öffnen der Tasche anstelle von Nikon oder
Canon nur Pantene Pro V und Palmolive zu finden, muss entsprechend groß gewesen
sein. Egal, von so was lassen wir uns nicht unterkriegen und auch das Aufgeben
einer Anzeige bei der Australischen Polizei kann ein Erlebnis sein; ebenso wie
das fachmännische Flicken einer eingeschlagenen Autoscheibe mit rudimentären
Hilfsmitteln (Panzer Tape wirkt Wunder…).
Leider war durch
den Vorfall unsere Tourplanung etwas durcheinander geraten, und da es schon
wieder dunkel wurde, entschlossen wir uns noch eine weitere Nacht in Port
Stephens zu bleiben (weit weg von Touristen und Taschendieben). Wir hatten noch
einen schönen Abend in Fingal Bay, wo wir von einer Gruppe von Dauercampern gehobenen
Alters herzlich zu BBQ und Wein eingeladen wurden – so was kann auch schön sein.
Am Montag ging es
dann noch ein paar Kilometer weiter nach Norden in den Myall Lakes National
Park. Nach einer kurzen Fährfahrt kann man einmal den See umrunden, wobei man
auf der Ostseite nur einen schmalen Streifen von ein paar hundert Metern
zwischen See und Ozean vorfindet. Als Resultat hat man verschiedenste
Landschaften auf engstem Raum nebeneinander gedrängt: See, Wald, Düne/ Wüste,
Ozean (die Bilder rechts wurden ca. 200 Meter voneinander entfernt aufgenommen).
Am Nachmittag hieß
es dann wieder den Rückweg nach Sydney antreten, denn am Dienstag wartete schon
wieder Arbeit/ Studium auf uns.
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