Samstag, 13. Oktober 2012

Tag der Arbeit in Australien

Vor zwei Wochen war es nun endlich wieder soweit. Ein lang herbeigesehntes, verlängertes Wochenende stand auf dem Programm, da hier in New South Wales dieses Jahr der 1. Oktober Labour Day (Tag der Arbeit) war und genauso wie in Europa wird an diesem Tag nicht gearbeitet. Daher hat Anke sich wieder einen der bewährten Hippie Camper (eine Art VW Bus in dem man schlafen kann) geschnappt und Freitagabend nach der Arbeit ging es dann los gen Norden.

Unser erstes Etappenziel war der Olney State Forest ca. 200 km nördlich von Sydney. Da wir den Campingplatz erst im Dunkeln erreichten und von der Woche doch recht K.O. waren,  entschlossen wir uns, früh schlafen zu gehen, um am nächsten Morgen mit neuen Kräften das etwas nördlicher gelegene Hunter Valley (deutsch: Jägertal) zu erkunden. Diese Region ist für ihre malerische Landschaft und Weinanbau bekannt (für die Kenner unter uns im Besonderen Shiraz und Semillon wird hier zu Wein verarbeitet). Da Anke das kürzere Streichholz gezogen hatte, war sie fürs Fahren und ich fürs Verkosten zuständig. So verbrachten wir den Tag damit, von einer Winzerei zur nächsten zu fahren und nahmen als Andenken ans Hunter Valley auch acht Flaschen Weißwein mit, die nun in unserem Wohnzimmer – für begrenzte Zeit – zu bewundern sind.
Am späten Nachmittag hieß es dann Aufbrechen nach Port Stephens. Diese Region ist eine lang gezogene Landzunge die sich über 50 km zum Ozean hinausstreckt. Die Strände sind malerisch und wie wir feststellen mussten, ist die Region ein beliebtes Ausflugsziel des Sydneyers an verlängerten Wochenenden. Trotzdem haben wir noch unser Plätzchen gefunden und konnten am nächsten Tag den Strand von Fingal Bay,  den Berg Mount Tomaree, Reiten in Anna Bay und Fish & Chips in Nelson Bay genießen.


Einziger Wermutstropfen an diesem sonst so perfekten Tag war der Diebstahl unserer Kosmetiktasche. Ja, auch Australien ist nicht perfekt und wo viele Touristen herumlaufen, ist der gemeine Taschendieb nicht weit. Diesmal entschied er sich die Seitenscheibe unseres Hippie Campers einzuschlagen und die griffbereite Kosmetiktasche zu klauen. Wieso eine Kosmetiktasche? Nun ja, wir glauben er hielt es für eine Kameratasche. Die Enttäuschung beim Öffnen der Tasche anstelle von Nikon oder Canon nur Pantene Pro V und Palmolive zu finden, muss entsprechend groß gewesen sein. Egal, von so was lassen wir uns nicht unterkriegen und auch das Aufgeben einer Anzeige bei der Australischen Polizei kann ein Erlebnis sein; ebenso wie das fachmännische Flicken einer eingeschlagenen Autoscheibe mit rudimentären Hilfsmitteln (Panzer Tape wirkt Wunder…).
Leider war durch den Vorfall unsere Tourplanung etwas durcheinander geraten, und da es schon wieder dunkel wurde, entschlossen wir uns noch eine weitere Nacht in Port Stephens zu bleiben (weit weg von Touristen und Taschendieben). Wir hatten noch einen schönen Abend in Fingal Bay, wo wir von einer Gruppe von Dauercampern gehobenen Alters herzlich zu BBQ und Wein eingeladen wurden – so was kann auch schön sein.

Am Montag ging es dann noch ein paar Kilometer weiter nach Norden in den Myall Lakes National Park. Nach einer kurzen Fährfahrt kann man einmal den See umrunden, wobei man auf der Ostseite nur einen schmalen Streifen von ein paar hundert Metern zwischen See und Ozean vorfindet. Als Resultat hat man verschiedenste Landschaften auf engstem Raum nebeneinander gedrängt: See, Wald, Düne/ Wüste, Ozean (die Bilder rechts wurden ca. 200 Meter voneinander entfernt aufgenommen).

Am Nachmittag hieß es dann wieder den Rückweg nach Sydney antreten, denn am Dienstag wartete schon wieder Arbeit/ Studium auf uns.

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